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Archiv für die Kategorie ‘Allgemein’
30 Sep

Die Faszination der Musik

Die Anfänge der Musik liegen im Dunkeln, jedoch steht fest, dass sie die Menschheit schon seit Zehntausenden von Jahren begleitet. Die ältesten bisher gefundenen Musikintrumente werden auf etwa 35.000 Jahre geschätzt und bestehen aus Tierknochen. Im Laufe der Zeit entwickelten sich Instrumente aus Ton und später Metall. Die ersten Melodien dürften als Imitation von Vogelgesängen durch den Menschen entstanden sein.
Interessanterweise existierte in den meisten Kulturen die Vorstellung, Musik sei ein göttliches Geschenk. So spielt die Musik seit jeher eine wichtige Rolle bei religiösen Riten, sozusagen als Mitterlin zwischen menschlichen und göttlichen Sphären. Nach und nach wurde Musik auch ins Alltagsleben integriert, doch lange Zeit blieb Religion die treibende Kraft zur Weiterentwicklung der Musik. So ist die Musik, wie wir sie heute in der westlichen Welt kennen, kaum denkbar ohne die gregorianischen Gesänge des Mittelalters oder sakrale Musik der Barockzeit.

Musik zieht sich durch unser Leben wie ein roter Faden. Bereits im Mutterleib nimmt das ungeborene Kind Musik von außen wahr und reagiert darauf. Ein berühmter Geiger wunderte sich, warum ihm einige Stücke viel leichter von der Hand gingen als andere mit einem vergleichbaren Schwierigkeitsgrad. Schließlich stellte sich heraus, dass die Stücke, die ihm so leicht fielen, gerne von seiner Mutter während der Schwangerschaft gehört wurden.
Aus nahezu allen Kulturkreisen sind Wiegenlieder überliefert, mit denen kleine Kinder beruhigt und in den Schlaf gesungen werden. Und wer könnte sich Geburtstage ohne Geburtstagslieder oder Weihnachten ohne Weihnachtslieder vorstellen? Während der Pubertät dient Musik den Jugendlichen häufig als Mittel der Abgrenzung und manchmal auch Rebellion gegen die Erwachsenen. Musik bestimmt mit, welchem Freundeskreis sich Teenager anschließen.
Auch bei späteren Lebensstationen ist Musik immer präsent. Viele Paare haben ein ganz besonderes Lied, das sie an ihr erstes Rendez-vous oder den ersten Kuss erinnert und die Musik für den Hochzeitswalzer als ersten gemeinsamen Tanz des frisch vermählten Paares wird mit großer Sorgfalt ausgewählt.

Jeder von uns wird bestätigen können, dass Musik unsere Gemütslage beeinflussen kann. Der Hit des letzten Sommerurlaubs lässt die Stimmung gleich ein bisschen ansteigen und in stressigen Phasen kann klassische Musik als Beruhigungsmittel wirken. Dieser Effekt ist mittlerweile auch wissenschaftlich bestätigt und wird zu therapeutischen Zwecken genutzt. Musiktherapie findet in vielen Bereichen Anwendung, etwa bei psychischen Erkrankungen wie Depressionen oder Angststörungen. Auch bei der Arbeit mit alten Menschen, entwicklungsgestörten Kindern und Behinderten können mit Musiktherapie Erfolge erzielt werden.

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30 Sep

Musik heute und damals

Musikfreunde können heutzutage leicht den Überblick verlieren. Die Vielfalt an Musikstilen ist schier unerschöpflich und für viele verwirrend. In früheren Zeiten war die Unterscheidung einfacher. Um 1900 marschierte man im 2/4-Takt oder sang bei einem geselligen Beisammensein Volkslieder in traditioneller Überlieferung. Operettenlieder schafften es bisweilen, sogenannte Gassenhauer zu werden. Der Bildungsbürger bevorzugte die klassische Musik, besuchte Oper und Konzertsaal.

Aber die Entwicklung ging rasant weiter. In den 20er Jahren waren Schlager und Tanzmusik auf dem Vormarsch. Jazzelemente flossen in die Musik ein. Der in den USA entwickelte Rhythm ´n` Blues wurde in den 30er Jahren zur angesagten Tanzmusik. Schlagzeug, Bass und Blech dominierten. Später wurde die Blechbläser durch die E-Gitarre ersetzt.

Nach dem 2. Weltkrieg drückte sich in der wenig innovativen Schlagermusik die Sehnsucht der Deutschen nach der Ferne und einer heilen Welt aus. Während in den USA der Rock ´n` Roll die Menschen faszinierte, träumte man hierzulande von der Insel Capri und seinen Fischern.
Erst die 60er Jahre brachten wieder einen musikalischen Schub. Der Beat als Fortführung des Rock ´n`Roll fand besonders unter den Jugendlichen zahlreiche Fans. Mehrstimmiger Gesang und ein wippender Rhythmus eroberten die Welt. Parallel dazu entwickelte sich der Hardrock mit seinen kurzen Riffs und seinen klaren Strukturen.

Alternativ zur Scheinwelt des Schlagers etablierten sich zahlreiche Liedermacher, deren großes Vorbild Bob Dylan war. Heute nennen sich die Interpreten dieser Musikrichtung lieber Singer-Songwriter.
Die 70er Jahre brachten viele musikalische Experimente. Unterschiedliche Musikrichtungen gingen Fusionen ein. Jazz-Rock, Soft-Rock oder Afro-Beat sind nur einige wenige Begriff aus dieser Phase des Umbruchs. In den neunziger Jahren kam noch Gothic-Rock hinzu und der Drumcomputer zum Einsatz, der den eher monotonen Rhythmus erzeugte. Auch der Punk wurde in dieser Zeit zu einer festen Größe in der Musikwelt. Grobschlächtig und in jeder Beziehung einfach, war der Punk die Antwort auf die Rockmusik, die vielen zu kompliziert geworden war.

Heute existieren von allen Musikstilen der Vergangenheit wieder ganz neue Zusammenstellungen, die man teils als Retro-Mix, teils als gelungene Neuschöpfungen bezeichnen kann. New Wave ist aus Punk hervorgegangen. Grunge zitiert gerne Hardrock der 70er. House wiederum ähnelt Techno, will aber doch anders sein – etwas langsamer, mit mehr Wärme und mit kurzen Gesangeinlagen. Und Kwaito ist ein Mix aus House, Reggae und Hip-Hop.
So verschieden die Geschmäcker sind, so verschieden sind auch die Angebote. Außerdem hat jeder die Möglichkeit, am Computer seinen ganz persönlichen Sound zu kreieren.

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